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Wanderung zu Zweribach- und Hirschbachwasserfälle
Jörg schrieb am 1. November 2010 unter Wanderungen


Wanderung Zweibach und Hirschbach “Geheimtipp”…”nicht leicht erreichbar”…”Bannwald”…”viele Höhenmeter rauf und runter” war im Internet zu lesen, wenn es um die Zweribach- und Hirschbachwasserfälle geht. Und es sei schon im vor raus gesagt, es sollte alles stimmen. Vor allem sei der Hinweis “Festes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich” und “… nicht ohne Karte” ernst zu nehmen. Teilweise sind die Wege nicht beschriftet. Der “Abstieg” beim Hirschbachwasserfall hat alpinen Charakter und die Wege sind teilweise ziemlich steil und schmal. Wer hat, sollte seine Wanderstöcke mitnehmen.

Die Anfahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung – Wanderparkplatz bei der Zweribachbrücke / Hirschwinkelweg – ist nicht einfach und wir fragten uns des öfteren: “Sind wir hier noch richtig?” und “Hoffentlich kommt uns kein Auto entgegen!”.
Mit dem Auto fährt man bis Wildgutach (Gemeinde Simonswald) auf breiten Straßen. Im Ort orientiert man sich am Gasthaus “Löwen”, dort geht die schmale, etwa 3 km lange Zufahrt (Zweribachweg), zum Parkplatz los. Auf dem Parkplatz merkten wir, hier kommen nicht viele her und mit größeren Wandergruppen (Busreisen) ist nicht zu rechen, zu mindestens hier.

Vom Parkplatz geht es einen breiten Weg stetig leicht bergauf. Hinter einer Linkskurve geht es rechts ab. Nach einer Schranke kommen wir am Bruggerhof vorbei. Ab hier nimmt die Steilheit des Weges immer mehr zu und führt uns zur einstigen Hofstelle des Brunnenhofes. Heute sind hier eine Schutzhütte, ein Vesper- und Grillplatz und eine Kapelle. Ein kurze Pause lohnt immer um sich etwas abzukühlen und um ins Tal zurückzuschauen.
Wanderung Zweibach und Hirschbach Oberhalb teilt sich der Weg. Links geht es zu den Hirschbachfällen und rechts zu den Zweribachfällen, das erstes Highlight der Wanderung. Es geht jetzt auf einem schmalen Felssteig und Felsentreppen immer steiler bergauf. Das Rauschen des Wasserfalles ist immer mehr zu hören, je höher wir steigen. Rechts und links können alle Facetten eines Bannwaldes bestaunt werden. Bald erreichen wir dann die Zweribachwasserfälle. Uns bietet sich ein imposantes Naturschauspiel. In drei Stufen stürzen hier die Wassermassen herunter und wir kommen auf Armlänge heran. Von der unteren Stufe geht es links (über eine Felsentreppe) vorbei zur mittleren. Dort überqueren wir auf einer Stahlbrücke den Zweribach. Achtung Gitterrost! Fals jemand seinen Hund dabei hat, wie wir. Weiter geht es auf einem schmalen Waldpfad immer im Zickzack nach oben. Die Steilheit und der Weg scheint kein Ende zu nehmen. Erst im nachhinein wurde uns bewußt, wieviel Höhenmeter wir bewältigt haben. Ganz oben angekommen treten wir aus dem Wald und blicken auf Ruhebänke. Diese nutzen wir zum verschnaufen und schauen den Kühen beim grasen zu. Bei einem Blick auf die Karte stellten wir fest, dass wir “nur” ca. 1/3 geschafft haben. Also nicht lange aufhalten, weiter geht es auf einem kleinen Sträßchen (Zufahrt zu den Höfen). Wir kommen vorbei am Langeckhof und lassen den Stausee links legen. Auf dem Weg zum Plattenhof werden wir auf Schautafeln über “die kräftezehrende Landwirtschaft von früher und heute”, “wie Naturkräfte sinnvoll eingesetzt wurden und werden” informiert. Wer mehr darüber wissen will, der lese bitte auf www.der-kandel.de nach. Hier oben haben wir einen herrlichen Blick auf den “Berg der Kräfte” den Kandel.
Nach dem Plattenhof folgen wir der kleinen Straße quer über die “Platte” zum Schönhöfle. Dort durchqueren wir den Hof und gehen auf einem Wald- und Wiesenweg in Richtung Jockenhof. Teilweise durchqueren wir ihn und halten uns rechts in Richtung Wald.Den breiten Weg überqueren wir und gehen immer tiefer in den Wald. Wir finden immer wieder Hinweise auf Skiloipen und Nordic Walking-Strecken. Wir verlassen den Weg aber nicht, kommen vorbei an einem ???Kreuz??? und gelangen dann auf einen breiten Forstweg. Diesen folgen wir in linker Richtung. Alsbald kommen wir auf eine Lichtung mit einem Brunnentrog und der “Gschwanderdobel-Hütte”. Dort folgen wir dem rechten Weg, vorbei an einem Vesperplatz (vermutlich 2009 o. 2010 mit neuen Bänken und Tischen ausgestattet) und einem Wasserwehr.

Wanderung Zweibach und Hirschbach Diesen breiten Weg folgen bis wir auf der rechten Seite auf eine kleine Schutzhütte treffen. Kurz dahinter, in einer Rechtskehre geht es links weg. Wir folgen der Beschilderung Hohwartsfelsen / Wildgutach. Ein Schild sagt uns “Vorsicht ! Trittsicherheit und gutes Schuhwerk erforderlich!”
Am Hohewartsfelsen hat man einen herrlichen Blick auf die Täler. Dieser Ausblick ist aber nur was für schwindelfreie, da jegliche Sicherung fehlt und am Rand bestimmt 40-50 Meter in die Tiefe geht.
Weiter geht es nun in schmalen Serpetinen in Richtung Hirschbachwasserfälle. Je weiter wir nach unten kommen, um so lauter wird es. Diese Wasserfälle sind bei weiten nicht so spektaktulär wie die Zweribachwasserfälle. Die Hirschbachfälle sind eher wildromantisch. Nach der Überquerung des Hirschbachs beginnt ein weiteres Highlight der Wanderung. Auf feuchten Stegen und Felsen geht es teilweise ziemlich steil bergab. Wir müssen immer wieder größere Geröllfelsen überwinden. Spätestens jetzt wird uns klar, warum “Festes Schuhwerk” von nöten ist. So überwinden wir ein Geröllhalde nach der anderen und immer das Rauschen des Hirschbaches im Ohr. Selbst unser Hund hat teilweise Schwierigkeiten den richtigen Tritt zu finde.
Nach einem kurzen Weg durch den Wald kommen wir am ehemaligen Brunnenhof wieder raus. Das letzte Teilstück talabwärts hat es noch mal in Sich. Was wir am Anfang hinaufgelaufen sind, müssen wir auch wieder runter. Die Oberschenkel brennen als wir nach ca 11 km und knapp 4 1/2 Stunden wieder am Auto ankommen.

Wanderung Zweibach und Hirschbach

Wer einen Eindruck vom Berg, den wir hoch und runter gelaufen sind, haben will, der sollte in Richtung Gütenbach fahren. Nach der Spitzkehre kommt ein flaches Stück mit einem Parkplatz. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf den Berg und in das Zweitälertal. Spätestens jetzt weiß jeder, was man gelaufen ist.

Wanderung Zweibach und Hirschbach
Wanderung Zweibach und Hirschbach
Wanderung Zweibach und Hirschbach
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